Geschichte des K.u.K. Infanterieregiment Nr. 42

            Das Infanterieregiment Nr. 42 ist eines der ältesten der österreichische Armee

                   

 

1683    Das Regiment war Teil des Ertsatzheeres für Wien.
1686    Sturm auf Ofen (Ungarn) gegen die Türken.
1701 – 1715    Spanischer Erbfolgekrieg
1716 – 1718    Neuerliche Türkenkriege (Peterwardein)
1718 – 1720    Krieg in Sizilien (Milazzo)
1733 – 1735    Krieg gegen Italien (Capua)
1737 – 1739    Türkenkrieg (Uzice)
1740 – 1748    Österreicher Erbfolgekrieg (Dettingen)
1756 – 1763    Siebenjähriger Krieg (Kolin, Breslau)
1767    Das Regiment erhält die Orange Gelben Aufschläge
1769    Das Regiment erhält seine jetzige Regimentsnummer 42
1792 –1794    Kämpfe im ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich.


1793    Feldzeugmeister Graf Karl Eugen Ehrbach wird  Regimentsinhaber

1799 -1801    Zweiter Koalitionskrieg gegen Frankreich
1805    Dritter Koalitionskrieg gegen Frankreich

6.7.1809 Schlacht von Deutsch Wagram

 

 Als RegimentErbach - Schönbergzeichnete es sich bei der Schlacht von Deutsch Wagram im Jahre 1809 besonders aus.          

Das Regiment schlug die Truppen Napoleons bei Aderklaa unter schwersten Verlusten zweimal zurück.

 

                      

                                                    

       1813 –1814    Krieg gegen Frankreich (Dresden)

 

   1815    Krieg gegen Frankreich (Dannemarie)

   1848    Bekämpfung des „Aufstand in Prag

   1848    Feldzug in Italien, Bekämpfung des „Aufstandes in Wien

   1849    Bekämpfung des „Aufstandes in Ungarn

   1859    Feldzug in Italien (Solferino)

   1866    Feldzug gegen Preußen (Jicin)

 

                1852  Georg V. König von Hannover wird Regimentsinhaber

 

     

 

          1879 Ernst August Herzog von Cumberland wird Regimentsinhaber 

 

                 

             

          

          1880    Belobigung von Sr. k. u. k. Majestät Franz Josef an das Regiment.
          1880    Reorganisation der Infanterie Regimenter  von 
80 auf 102 Regimenter
          1890    Großes Manöver im Raume Vöcklabruck – Strasswalchen 
mit Teilnahme von Kaiser Franz Josef.

 

               

 

             1914    Feldzug gegen Serbien
             1915    Einsätze in Italien

             1917    Einsätze in der Bukowina

 

            

               Nach dem 1. Weltkrieg und Zusammenbruch der Monarchie wurde das Regiment aufgelöst.

               Das IR 42 hat an 20 Kriegen, in 66 Feldzügen und mehr als 180 Schlachten und Gefechten teilgenommen.

 

             

 

Der letzte Regimentsinhaber

vom Infanterieregiment Nr. 42

Ernst AugustHerzog von Cumberland

starb am 14. November 1923 im von Ihm erbauten

Schloss Cumberland in Gmunden

 

 

 

          

                         

Die Stadt ordnete Trauer an.

 

Bgmst. O. – Med. Rat. Dr. Krakowitzer lud den Gemeindeausschuß für den 18. November zu einer außerordentlichen Sitzung, bei der er selber fehlte. Vizebgmt. LAbg. Dr. Thomas entschuldigte den erkrankten Bürgermeister, der nun tiefschürfende Nachruf, wurde von den Gemeindevertretern stehend angehört.

 

  „Meine Herren! Droben vom Welfenschloß, das zu einem Wahrzeichen unserer lieben Traunseestadt wurde, weht die  Flagge auf halbmast, uns kündend, dass die unerbittliche Hand des Todes wieder ein Mitglied der herzoglichen Familie hinweggenommen hat aus der Reihe der Lebenden. Aber diesmal ist es nicht nur ein Mitglied des Hauses, sondern der S c h l o ß h e r r   selbst, der heimgekehrt ist zu den erlauchten Ahnen seines alten Stammes.

   Seine Königliche Hoheit Herzog Ernst August von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, ist Mittwoch den 14. November nachmittags eines sanften Todes gestorben.

   Ein edler, leutseliger Fürst, ein großer Gönner dieser Stadt, ein hilfsbereiter Förderer ihres Fortschrittes, ein gütiger, teilnahmsvoller Freund ihrer Bewohnerschaft ist mit ihm aus dem Leben geschieden.

   Militärische Machtpolitik, die den Gang der Weltgeschíchte durch die Gewalt der Bajonette bestimmen wollte und die fünfzig Jahre später zum Verhängnis für das ganze deutsch Volk wurde, hatte den Verblichenen einst    g e g e n    d e n    W i l l e n   s e i n e s   Vo l k es, das ihn liebte und verehrte, zum Verlassen seiner Heimat gezwungen. Er kam in unsere Stadt, die ihm zur zweiten Heimat wurde und deren Gastfreundschaft er mit reichlichen Wohltaten vergalt.   Es erübrigt sich darauf hinzuweisen, wie durch die Anwesenheit Sr. Königl. Hoheit des Herzogs schon das ganze äußere Antlitz dieser Stadt zu ihrem Vorteil sich veränderte, wie das Wirtschaftsleben neue Impulse bekam, kurz wie sein Kommen eine Ära des Aufschwunges und des Wohlstandes für die gesamte Bevölkerung einleitete. Was Seine Königliche Hoheit der Herzog von Cumberland für Gmunden bedeutete, das können nur die Gmundner richtig würdigen!

  Die Entwicklung unseres Gemeinwesens verfolgte der Herzog selbst noch in den letzten Tagen vor seinem Tode mit größtem Interesse. Unzählig sind die Beweise des Wohlwollens, welche die Stadtgemeine all die langen Jahre her von ihrem großen Gönner erfahren hat und gar manche Schöpfungen zum allgemeinen Wohl sind nur durch ihn erst ermöglicht worden

 

  Aber noch mehr! Über fünf Dezennien weilte der Herzog in dieser Stadt und in dieser langen Zeitepoche, während welcher draußen in der großen Welt Throne stürzten, Staaten zusammenbrachen und ungeheure Umwälzungen sich vollzogen, spannen sich viel tausend innige Fäden zwischen der Bevölkerung unserer trauten Heimatstadt und dem einsamen Schloß. Ein Beisammensein von über 50 Jahren, in denen viel traurige, aber auch viel freudige Ereignisse miteinander erlebt wurden, schuf eine innige Schicksalsgemeinschaft zwischen der Bevölkerung und der herzoglichen Familie. Es ist nicht zu viel gesagt: der Herzog liebte die Gmundner und nahm an den Geschicken jedes einzelnen Anteil. Er war ihnen ein aufrichtiger teilnahmsvoller Freund. Die Gmundner hingegen liebten der Herzog und verehrten ihn. Nicht, weil sein Name einen Klang hatte unter den Mächtigen dieser Erde, nicht weil reiche Schätze sein Eigen waren, sondern weil der Herzog ein   e d l  e  r   g ü t i g e r    M e n s c h   war und weil das Edle und Gute, ob es auftritt im schlichten Gewande des Arbeiters oder in der Gestalt eines Herzogs, der einem uralten Königsgeschlecht entstammt, stets eine bezwingende Macht ausüben wird auf gute Menschenherzen.

 

   Und so haben wir uns heute alle, ohne Unterschied der Partei, hier zusammengefunden, um unserer tiefen Trauer Ausdruck zu geben über den Tod dieses gütigen Herzogs, dessen Heimgang einen so herben Verlust auch für diese Stadt bedeutet. Unsere herzliche Teilnahme wendet sich zu der herzoglichen Familie und vor allem der hohen Frau, die dem Verblichenen eine so treubesorgte vorbildliche Gattin war. Unser Gefühl der Trauer vereinigt sich mit der dankbaren Erinnerung an all das, was der Tote dieser Stadt erwiesen hat. Der Name des Herzogs von Cumberland bleibt mit der Geschichte dieser Stadt untrennbar verbunden. Er wird darin fortleben von Generation zu Generation als der Name eines Fürsten, der seine Aufgabe in der Betätigung edlen Menschentums und hilfsbereiten Wohltuns sah. Sein Andenken bleibt ein gesegnetes!“

 

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